Social Media-Trends & Entwicklungen in 2011

Social Media-Trends & Entwicklungen in 2011

Social Media ist vermutlich eines der meist gebrauchtesten Buzz-Words in 2010. Viele Unternehmen stellten fest, dass Social Media kein Trend mehr ist. Social Media passiert tatsächlich - und bleibt: Social Media is happening!

Das Jahr 2010 brachte für Social Media den Durchbruch. Facebook und Twitter sind beide immer noch explosionsartig gewachsen. Facebook überholte Google in einigen wichtigen Kennzahlen und immer mehr Unternehmen budgetieren für 2011 Social Media-Projekte.

In der letzten Woche sind so viele Social Media-Trends, -Prognosen und -Vohersagen durch meinen Reader geflattert wie noch nie. Hier eine kleine Auswahl interessanter Posts zum Thema.

Die Erwartungen vieler Unternehmen und auch Marketeers für 2011 sind geteilt. Sie reichen von immer noch vorhandener Skepsis bis dahin, Social Media als Seligkeit bringendes Allzweckinstrument zu sehen.

Auf alle Fälle wird es ein spannendes, arbeitsintensives und kompetitives Jahr 2011!

Hier ein paar persönliche Prognosen (Wünsche) für 2011:

1. Tendenz zu gesamthaften Ansätzen

In den Unternehmen werden die ganzheitlichen Ansätze zunehmen. Viele Unternehmen werden erkennen, dass ein nicht zielgerichteter Einsatz willkürlicher einzelner Social Media-Instrumente weder effizient noch effektiv ist. Vereinzelt werden Social Media-Strategien in die Gesamtunternehmensstrategien integriert werden. Hierbei haben die Social Media-Pioniere (von Dell bis Starbucks) immense Vorteile (und durch diese Integration auch einen (Bedeutungs-)Vorsprung), während die anderen Unternehmen sich erst noch heranwagen (müssen und ihr “social coming out” planen). In manchen Unternehmen wird Social Media eine nicht unbedeutende Rolle in der Gesamtstrategie spielen. Diese Unternehmen werden langfristig vermutlich nach vorne katapultiert.

Die ersten Unternehmen werden Ihre Mitarbeiter ausbilden und schulen, wie sie mit Social Media umgehen und es nutzen sollten. Hierbei werden manche Unternehmen den Fehler begehen, die Mitarbeiter als schlichte “Markenbotschafter” ins Social Web zu schicken anstelle wirklich zuzuhören, Dialoge zu führen und das erworbene Wissen zu nutzen. Die visionären Unternehmen werden feststellen, dass es den Marken gut tut, sich am “sozialen Herzschlag” auszurichten und die Markenwerte mit den Leidenschaften der Nutzer zu verknüpfen.

Die Forderungen nach soliden Kennzahlensystemen und Metriken zur Erfolgsmessung von Social Media-Maßnahmen werden weiter gehen. Allerdings wird der strategischen Komponente von Social Media mehr Bedeutung zu gemessen. Auch Social Media-KPIs oder Social Media-Cockpits werden daraufhin gesamthafter entwickelt und eingesetzt.

Führende Social Media-Marken werden ihre Social Media-Aktivitäten konsolidieren und bündeln. Diese Social Media-Integration wird in “Social Media-Architekturen” münden.

Die gesamthaften Ansätze werden auch vor der klassischen Kommunikation nicht halt machen. Vermutlich werden wir eine Konvergenz (und Co-Existenz) von Social Media und klassischen Medien erleben. Kluge und kreative Integrationen von klassischen Werbemitteln mit Social Media werden in cleveren Kampagnen genutzt, um beispielsweise Soziale Netzwerke als Treiber für Traffic zu nutzen.

2. Tablets, Mobiltelefone und Location Based Services

Wenn der Durchbruch der Tablet-PCs nicht bereits 2010 geschah, dann ist es 2011 soweit.

Ob die Tablet-Manie ihren Höhepunkt bereits 2011 erreicht, sei dahin gestellt. Jedenfalls werden immer mehr Konsumenten ehemaligen Print-Content digital konsumieren. Es werden Inhalte von allen Seiten gelauncht werden: von Google über Apple bis Rupert Murdoch. Dazu werden sich die Nutzergewohnheiten (zumindest gefühlt) vom Internet weg, hin zu Apps bewegen. (Und: Facebook bringt doch noch eine iPad-App  auf den Markt ;-) )

Durch die Überall-Nutzung der Tablets werden auch die Social Media-Aktivitäten der Nutzer weiter wachsen.

Das Momentum der Mobilität wird weiter durch immer komfortablere Smartphones und die zunehmende Personalisierung der Dienste genährt.

Auch in Deutschland werden sich immer mehr Location-Based-Services durchsetzten, wenngleich in noch geringen Nutzerzahlen.  Ich denke, dass es in Deutschland erst 2012 in größerer Zahl erfolgreiche Aktivitäten wie die von Disney, BestBuy, Pepsi, USA Today oder The Gap geben wird. Gegebenenfalls werden vereinzelte Maßnahmen größere Aufmerksamkeit erreichen, wie beispiesweise der Black Friday in den USA. In fünf Jahren wird in diesem Bereich die Welt sicher nicht mehr mit der heutigen vergleichbar sein.

3. Ende des Web 1.0 und Überforderung von Konsumenten

Im Jahr 2011 haben wir das Ende des Web 1.0 erreicht. Ab jetzt werden fast alle Angebote im Netz durch Social Media gekennzeichnet sein. Es wird kaum noch Internetauftritte ohne Kommentare, Bewertungen o.ä. geben.

Allerdings wird Social Media auch mehr und mehr kommerziell werden. Die klassische Onlinewerbung wird in vielen Diensten zunehmen. Marken werden versuchen, mittels bezahlten Aktionen “social” zu wirken. Sie treten als Sponsoren und Co-Produzenten auf und versuchen, Meinungsführer zu akquirieren.

Social Media wird weiter wachsen (wenngleich langsamer als bislang); es wird von noch mehr Menschen genutzt und es werden immer mehr Dienste um die Aufmerksamkeit der Konsumenten werben.

Der Social Media-Durchschnittsnutzer wird sich irgendwann in einer “Social Media-Schizophrenie” wiederfinden. Durch eine Vielzahl von Profilen in verschiedenen Netzwerken und unterschiedlichen Freundeskreisen auf Facebook, Twitter, Skype, StudiVZ, Flickr, Xing und/oder Gmail sowie aufkommenden Diensten wie Path, wird es selbst den versierteren Anwendern schwer fallen, alle Accounts zu managen und die jeweils aufgebauten Identitäten zu verwalten. Dies könnte in einer Art Social Media-Sättigung münden. In Summe werden die Nutzer nicht mehr so leichtfertig “jedem” folgen und von “jeder” Marke ein Fan werden. Die Auswahl wird zunehmend mehr von Interesse und Relevanz geprägt sein.

Derzeitige Nicht-Nutzer von Social Media werden es schwer haben, auf den Zug aufzuspringen und die Informationsflut zu bewältigen.

 

Neben diesen drei beschriebenen Social Media-Trends wird es zahllose kleinere Entwicklungen geben. Beispielsweise wird Social Media zunehmend von den Personalabteilungen zur Vorauswahl (z.B. über Tests) eingesetzt. Auch innerhalb von Unternehmen werden die Ansätze zur effizienteren Kommunikation und Knowledge Management aufgenommen. Viele meiner amerikanischen Kollegen sind der Ansicht, dass “Mobile Photos” der Trend des Jahres 2011 sein werden. Ich denke, wir schauen uns das erst einmal aus der Ferne an…

 

Add-on: 15 weitere Social Media-Trends 2011, auf die Sie acht geben sollten:

2 Kommentare

  • Lars Müller - 6. Januar 2011

    Ein äußerst spannender Beitrag. Ich bin neugierig, wie sich die Sozialen Medien in 2011 weiter entwickeln.

    Ergänzend vielleicht eine Anmerkung zum Trend, klassisches E-Mail-Marketing stärker mit Social Media zu verbinden. Meiner Ansicht nach eine der entscheidendsten Maßnahmen in diesem Bereich. Die E-Mail ist schließlich nach wie vor der am häufigsten genutzte Dienst und also in der Lage, Nutzungsgewohnheiten hin zu Sozialen Medien zu lenken.

    Mehr dazu auch unter http://www.sitepackage.de/news/aktuell/11-tipps-email-marketing-in-2011.html

  • Marco Hardiman - 7. Januar 2011

    Vielen Dank. Auch für die gute Ergänzung!

    In der Tat gehen viele Experten davon aus, dass es 2011 ein kleines Revival des Email-Marketings geben wird. Vor allem, wenn man den Maßnahmen einen Kundenwert oder Customer Life Time Value zu Grunde legt. Email-Adressen können hier werthaltiger sein. Email-Marketing erscheint dann vorteilhafter. Bei manchen Vergleichen dieser Art wird allerdings der Wert von Social Media-Maßnahmen mit nicht geeigneten und umfassenden Kennziffern gemessen. Beim Email-Marketing sind die KPIs einfacher.

    Ich denke, auch hier ist eine clevere Verknüpfung der Maßnahmen (Email, Social Media u.v.m.) sinnvoll. Im Kern meinem 1. Trend – dem ganzheitlichen und integrativen Ansatz – folgend…

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