Marketing 2.0

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Social Media Marketing – Best Practices

Auch im Social Media Bereich macht Ikea vieles kreativer als andere. Bestes Beispiel ist die erfolgreiche Kampagne Ende letzten Jahres auf Facebook.

Ziel war es, überregionale Aufmerksamkeit zur Eröffnung einer neuen Filiale in Malmö zu schaffen. Am Ende verteilte sich die Ikea-Markenbotschaft in der ganzen Welt. Im Mittelpunkt stand ein Profil bei Facebook mit ein paar Bildern aus der Wohnwelt von Ikea. Nutzer konnten die abgebildeten Möbelstücke mit Ihrem Namen taggen. Der jeweils erste, der dies gemacht hatte, bekam dieses Möbelstück als Geschenk.

Der Erfolg der Kampagne war überwältigend, da durch das Taggen die Marke Ikea sowie die Bilder der Wohnwelten im Newsstream der jeweiligen Freunde erschienen. Jeder Tagger wurde zum Multiplikator der Botschaft. Es wurden binnen sehr kurzer Zeit Tausende von Nutzern erreicht. Es ist immer wieder verblüffend, wie einfach, schnell und günstig eine gute Kampagne bei entsprechendem Social Media-Knowhow umgesetzt werden kann. Auch die PR-Seite wurde mit dieser Idee bedient: weltweit berichteten Blogs und Agenturen über die Kampagne.

Hier die Details dieser Social Media-Kampagne auf Facebook etwas multimedialer aufbereitet:

Ikea ist allerdings auch mit (mittlerweile) traditionellen Maßnahmen wie einer Facebook-Seite erfolgreich. Die Facebook-Seite umfasst derzeit fast 50.000 Fans. Ergänzt wird das Ganze natürlich auch durch zahlreiche „banned commercials“, die bei youtube verfügbar sind, sich viral verbreiten und jeweils einige Hundertausend Male angeschaut wurden.

Nun hat Ikea im Bereich Social Communities nachgelegt. Mit einer eigenen Community werden Marke und Produkte inszeniert. Unter dem Motto „Dein Zuhause im Netz“ können Nutzer eigene Wohnwelten entstehen lassen, verschiedene Wohnstile und Möbelvariationen ausprobieren oder sich einfach inspirieren lassen. Dazu kann man sich mit der Community austauschen, Wohnideen teilen und bewerten, Aufbauhilfen geben oder erhalten oder eigene Einrichtungstipps präsentieren.

Ikea Community

Einzigartig ist eine Ergänzung des Nutzerprofils mit einem persönlichen Film, in dem das Community-Mitglied zu sehen ist. Um den Film zu erstellen, geht Ikea mit einer Greenbox auf Tour. Nutzer können sich hier filmen lassen. Anschließend können verschiedene Hintergründe oder Gestaltungselemente eingeblendet werden. Dabei ist es sogar möglich virtuelle Gäste in der virtuellen Wohnung zu empfangen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Community entwickelt und was Ikea künftig noch zum Thema Marketing 2.0 beisteuert.

Mehr Infos zur Community sowie die Tourdaten der Greenbox finden sich in der Ikea-Pressemeldung.

Studie: Social Technographics Profile für deutsche Studenten

Ziel der Studie war es, die Erfahrung von Studenten mit Social Media einzuschätzen. Zur Einschätzung der Studenten habe ich die Social Technographics von Forrester herangezogen. Mit den Social Technographics können Nutzer nach ihrem Verhalten im Social Web in verschiedene Nutzergruppen eingeteilt werden.

Die Social Technographics beschreiben die Nutzergruppen Creators, Critics, Collectors, Joiners, Spectators und Inactives. Die Gruppen sind dabei überlappend. Folgende Präsentation gibt hierzu eine gute Übersicht (ausführliche Beschreibungen finden sich in Groundswellvon Li & Bernoff).

 

Großer Vorteil der Social Technographics ist, dass Forrester sie in aggregierter Form öffentlich zur Verfügung stellt. Daher können interessante Vergleiche zwischen Ländern, Altersgruppen oder Geschlechter gemacht werden.

 
 

Methodik und Ergebnisse der Untersuchung

Die Erhebung wurde mittels eines Onlinefragebogens durchgeführt. Die Untersuchungsstichprobe umfasste Studenten der FH Kiel. In dieser Stichprobe war auch der Kurs Onlinemarketing. Da hier von einer höheren Nutzung von Social Media auszugehen war, wurde diese Gruppe getrennt ausgewertet.

Social Technographics Studenten

Die Ergebnisse zeigen, dass die Studenten sehr “weit entwickelt” sind. Sie nutzen Social Media in hohem Maße. 52 % sind Creators, das heißt, dass sie sich im Social Web aktiv verhalten und eigenen User Generated Content produzieren. Typische Aktivitäten sind hierbei bloggen, der Unterhalt einer eigenen Website oder das Hochladen von Bildern und Videos bei YouTube oder Flickr. Selbst ohne die Studenten des Kurses Onlinemarketing ist der Anteil der Creators bei 43%.  Im Kurs Onlinemarketing war er erwartungsgemäß  mit 73% sehr hoch.

Bemerkenswert ist, dass es keine Inactives gibt. Das heißt, dass alle befragten Personen in irgendeiner Form User Generated Content produzieren oder zumindest nutzen bzw. konsumieren.

Die folgende Abbildung zeigt die entsprechenden Altersgruppen von Deutschland und den USA. Im Vergleich mit den studentischen Altersgruppen zeigt sich, dass die Studenten das Social Web wesentlich intensiver nutzen als der deutsche Durchschnitt. Vielmehr gleichen die Entwicklungsstufen der deutschen Studenten denen der entsprechenden Altersgruppen in den USA.

Social Technographics D & USA

 

Interpretation der Ergebnisse

Die hohe Verwendung von Social Media bei Studenten könnte an der hohen Interneterfahrung der Studenten liegen. Studenten müssen sich aufgrund ihres Studiums intensiv mit dem Medium Internet auseinandersetzen. Für Vorlesungsunterlagen, Kurseinschreibungen und Recherchen u.v.m. muss das Internet benutzt werden. Ob eine hohe Interneterfahrung wirklich Rückschlüsse auf die Nutzung des Social Webs zulässt, wurde (noch) nicht untersucht.

Die wertvolle Erkenntnis der hohen Entwicklungsstufe bei Studenten hat zwei wesentliche Implikationen auf Untersuchungen mit Studenten im Onlinebereich:

  1. Studenten spiegeln nicht den bundesdeutschen Durchschnitt in der Nutzung des Social Webs wider. Eine Projektion von Untersuchungen mit Studenten im Themenbereich Social Media sollte somit stets hinterfragt werden.
  2. Allerdings sind Studentensamples in diesem Zusammenhang für einen kurzen bis mittelfristigen Blick in die Zukunft bestens geeignet. Das Verhalten im Social Web gleicht dem der weiter entwickelten amerikanischen Altersgruppen.

Limitationen der Untersuchung

Im Kern gibt es drei Limitationen:

  1. Es wurden nur Studenten der FH-Kiel befragt, die mindestens einen Kurs am Fachbereich Wirtschaft belegten.
  2. Der Stichprobenumfang ist gering.
  3. Die Fragen zur Erfassung der Social Technographics Profile waren nur in englischer Sprache bekannt. Bei der Übersetzung der Fragen kann es in den Formulierungen Abweichungen im Vergleich zu den Befragungen von Forrester gegeben haben.

Beide Limitationen beeinträchtigen die zentralen Erkenntnisse kaum. Ob und in welchem Maße eine hohe Interneterfahrung mit einer höheren Nutzungsintensität des Social Webs in Verbindung steht, werden weitere Analysen und Untersuchungen zeigen.

Marketing 2.0 leicht gemacht

Des Kaisers neues Marketing heißt ein amüsantes Video auf Youtube. Es erläutert Marketing 2.0 und entlarvt typische Schwächen vieler klassischer Kommunikationskonzepte.

Wer gute vier Minuten Zeit hat, sollte sich den Spaß gönnen und das Marketing 2.0-Filmchen anschauen.

<via linkbait>